i hate sex ist junger Screamo alter Schule, der frischer und aktueller nicht klingen kann.

März 2015 debütierten i hate sex mit ihren Demos. In schnellem Rhythmus erschien neben drei Splits mit verschiedenen Bands das kleine Album „Circle Thinking“ im Juli 2015. Ebenso schnell wie die Band veröffentlichte, wuchs ihre Beliebtheit in der gerade wieder erstarkenden Screamoszene. Mit dem aktuellen Album „World of Grief“ erreichen die vier KanadierInnen einen vorzeitigen (und in jedem Fall gerechtfertigten) Höhepunkt ihrer jungen Laufbahn.

Das Minialbum „World of Grief“ der vier KanadierInnen besteht aus zehn Songs bei einer Spielzeit von ca. 23 Minuten. Wer darauf rabiates Geballer sucht, wird mit relativ ruhigem und hingebungsvollem Screamo überrascht. Die Dynamik des Albums ist trotzdem abwechslungsreich. Der Sound ist sehr an „den guten alten Zeiten“ orientiert und überspringt stilistisch das letzte Jahrzehnt, in dem Screamo für evangelikalen Hairmetalcore stand. Trotzdem klingen i hate sex betont jung, frisch und innovativ.

Beispielhaft dafür steht „Months & Months“, der erste Song auf „World of Grief“. Er beginnt mit einem grungeartigem Bassriff und baut sich in typischer Screamo-Manier auf und ab. Dabei erhält sich eine fast post-punkige Stimmung der Langeweile und emotionaler Ausgezehrtheit, fabelhaft durch die Schreie der Sängerin Nicole Boychuk inszeniert. Für diesen Song ist übrigens gemeinsam mit dem kanadischen Nachwuchsfilmemacher Gerardo Ramos ein Musikvideo geplant.

i hate sex ist nach „World of Grief“ mehr als nur ein Geheimtipp. Wer sich für neuen Screamo interessiert, kommt an Band und Album nicht mehr vorbei. Und wer sich für alten Screamo interessiert sollte hier unbedingt auch mal reinhören.

i hate sex touren vom 30.04.2017 bis zum 13.05.2017 durch Europa und spielen am 05.05.2017 auf dem Miss the Stars Festival in Berlin. Beim britischen Label „Dog Knights Productions“ kann man in Europa an Vinyl und Shirts kommen.

 

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